Protokoll der 36. Hervestkonferenz
am 7. Juli 2021

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Herzlichen Dank an Dietmar Steuer, der in bewährter Manier diese Niederschrift verfasst hat!

(Zum Download des Protokolls als pdf-Datei)

Protokoll der 36. Hervestkonferenz
am Mittwoch, 07. Juli 2021 von 17 bis 19 Uhr
in der Kreuzkirche

TeilnehmerInnen: 47

Top 1: Begrüßung 
Herr Holz begrüßt alle Anwesenden in der Kreuzkirche, insbesondere Herrn Pfarrer Laage und die Vertreter der Stadt mit Herrn Bürgermeister Stockhoff, zur ersten Stadtteilkonferenz nach dem Lockdown. Die letzte Stadtteilkonferenz fand im September 2020 in der Kirche St. Josef statt. Herr Holz bittet Herrn Pfarrer Laage um ein Grußwort.
Herr Pfarrer Laage begrüßt die Anwesenden und erklärt die architektonische Besonderheit der Kreuzkirche im Stadtteil Hervest. Erbaut von den Architekten Fred Janowski und Albrecht E. Wittig in den 1960er Jahren zeichnet sich die Kirche durch ihre besondere Architektur und die verwendeten Baumaterialien aus. Sie spiegelt bewusst mit Stahl und Glas die Industriekultur der damaligen Zeit wider. Halbrund und im Inneren auf den Altar ausgerichtet bietet sie eine Superakustik. Die Kirche wird häufig für Veranstaltungen und Konzerte genutzt. Die Kirche wurde mit einer sogenannten Breilorgel (bedeutender Orgelbauer bis 2016 in Dorsten) ausgestattet. Rund um die Kirche entsteht ein Kirchenzentrum mit Wohngruppen und Räumlichkeiten für Familienbildung. Die Kirche ist ein potenzielles Baudenkmal und soll mit einem kleinen Anbau versehen unter Denkmalschutz gestellt werden. Die Kreuzkirche wird als bedeutendes Gemeindezentrum erhalten bleiben. Die Kirchengemeinde Hervest-Wulfen hat ca. 6500 Gemeindemitglieder. Herr Holz bedankt sich bei Herrn Laage und leitet zum Tagesordnungspunkt 2 über.

Top 2: Anträge Bürgerbudget
– Herr Scheuch (stellvertretender Vorsitzender vom Heimatverein Dorf-Hervest e.V.) berichtet über die Einweihung des Heimathauses. Das Heimathaus ist mit unterschiedlichsten Förderungen, unter anderem mit Förderung des Heimatministeriums, und mit großer Eigenleistung ausgebaut worden. Benötigt werden noch Mittel, um gebraucht erworbene Stühle und Tische aufarbeiten zu lassen. Die Theke wird vom Heimatverein in Eigenleistung erstellt. Die Nutzung des Heimathauses steht nicht nur Vereinsmitgliedern, sondern auch Bürgerinnen und Bürgern für Veranstaltungen und Begegnungen zur Verfügung. Die Gesamtkosten für die Aufarbeitung der Möbel belaufen sich auf 2500,00 Euro, die Eigenleistung beträgt 1250,00 Euro, der Förderantrag aus dem Bürgerbudget beträgt 1250,00 Euro. Das Heimathaus ist bereits in der Vergangenheit aus dem Bürgerbudget gefördert worden. Die Mitglieder der Hervestkonferenz entscheiden sich einstimmig für die Förderung in der gewünschten Höhe.
– Bei dem 2. Antrag handelt es sich um die Bewässerung von 20 Eichen auf dem Gelände der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Realschule. Herr Gövert von der Initiative Zukunft  Marienviertel erläutert, dass mit Hilfe von Wassersäcken die Bäume auf den stark versiegelten Flächen ausreichend bewässert werden sollen. Für die Verrechnung ist ein Zwischenzähler erforderlich. Die Kosten für Be- und Entwässerung übernimmt die Stadt Dorsten, das Befüllen der Wassersäcke übernimmt die Initiative. Die Kosten entstehen durch einen verschließbaren Kunststoffschrank für die Wasseruhr, den Wasserzähler und das Bewässerungsequipment. Gesamtkosten 530,00 Euro, Eigenanteil 132,50 Euro, Antrag auf Förderung aus dem Bürgerbudget 397,50 Euro. Die Mitglieder der Hervestkonferenz entscheiden sich einstimmig für die Förderung.
– Der 3. Antrag wird von Herrn Holz vorgelesen. Bei dem Projekt handelt es sich um einen Ballfangzaun auf einem Bolzplatz der Gemeinde St. Paulus in der Teilgemeinde St. Marien. Um den Lärmpegel zu senken, der durch geschossene Bälle gegen den vorhandenen Metallzaun entsteht und um weitere Beschwerden der Nachbarn zu vermeiden, soll ein Ballfangzaun vor den vorhandenen Zaun gebaut werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3391,50 Euro, der Eigenanteil ist 1695,75 Euro, die beantragte Förderung ist 1695,75 Euro. Die Mitglieder der Hervestkonferenz stimmen dem Antrag mit zwei Enthaltungen zu.
– Herr Holz übergibt an Herrn Schute (Vorsitzender des Bergbauvereins). Herr Schute berichtet über die Inbetriebnahme des sog. Schröderbrunnens auf dem Brunnenplatz in der Kolonie Fürst Leopold. Mit Eigenmitteln, Unterstützung aus dem Bürgerbudget (Hervestkonferenz) und der Rheinisch Westfälischen Wasserwerke wurde das Projekt für drei Jahre gestartet. Das Wasser fließt zwar wieder, doch Teile des Brunnens müssen noch restauriert werden. Außerdem bedarf es einer Klärung der Entwässerungsgebühren. Herr Holz merkt an, dass bis zum Ende des Jahres noch Geld im Bürgerbudget vorhanden ist und bittet die Anwesenden per Handzeichen abzustimmen, ob weitere Mittel aus dem Bürgerbudget für den Brunnen aufgewendet werden sollen. Die Anwesenden stimmen einstimmig einer weiteren Förderung zu, die entsprechend beantragt werden muss. Die Verwaltung klärt, wie weit eine Übernahme der Abwassergebühren erfolgen kann. Herr Holz bedankt sich bei den Vortragenden und leitet über zum Punkt 3 der Tagesordnung.

Top 3: Jüdisches Museum – Vorstellung der Arbeit und Zusammenarbeit mit der Hervestkonferenz
Der geplante Beitrag von Museumsleiterin Frau Dr. Pieren entfällt.

Top 4: Anregung für eine Straßenbenennung im Marienviertel
Herr Stockhoff erläutert die Absicht der Stadt Dorsten, eine Straße nach Herrn Dr. Franz Schürholz (1894-1987) zu benennen. Herr Dr. Franz Schürholz war Antifaschist und hat während des Zweiten Weltkrieges jüdische Mitbürger gerettet. 1973 wurde er von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. Für eine Straßenbenennung eignen würden sich die Neubebauungen auf dem Gelände der Gerhart-Hauptmann-Schule oder das alte DeKoWe-Gelände. Die Würdigung des Namens sollte in einem entsprechenden Gebiet erfolgen. Das Dekowe-Gelände eignet sich besonders, da das Geburtshaus von Herrn Dr. Franz Schürholz dort steht, der Name Schürholz untrennbar mit dem Gelände verbunden und ein unmittelbarer Bezug gegeben ist. Daher ist es besser, 2 – 3 Jahre zu warten, bis ein entsprechender B-Plan aufgestellt ist. Herr Stockhoff fragt ins Plenum. Die Anwesenden entscheiden sich eindeutig für das Gelände der DeKoWe. Herr Holz bedankt sich und leitet über zum Punkt 5.

Top 5: Stadtdialog: Beitrag der Hervestkonferenz zur „Woche des Grundgesetzes“
Herr Steuer erläutert, dass es in diesem Jahr im Rahmen des Stadtdialogs für Menschenwürde, Demokratie und Respekt eine Woche des Grundgesetzes veranstaltet wird. Vom 24. September bis zum 3. Oktober soll einer Reihe von Veranstaltungen die Bedeutung des Grundgesetzes für unsere Gesellschaft viel Aufmerksamkeit erfahren. Die Idee ist in vielen bürgerschaftlichen Gesprächen entstanden und vier Arbeitsgruppen haben sich zusammengefunden, um mit engagierten Bürgern, Vereinen und Einrichtungen eine Themenwoche zu gestalten. Herr Steuer stellt einige der geplanten Ereignisse vor. Herr Stockhoff wird die Woche des Grundgesetzes am Freitag dem 24.09. 2021 voraussichtlich in den Mercaden eröffnen. Bereits am Freitagabend wird es einen Beitrag aus unserem Stadtteil geben. Herr Jens Vogel, Pastor der Freien Christengemeinde in Dorsten, wird einen Vortrag über den Einfluss der christlichen Werte auf das Grundgesetz halten. Es wird einen Grundgesetzladen, eine Demonstration des Bündnisses „Wir in Dorsten gegen Rechts“, ein Projekt der SchülerInnen der Montessori Schule, Online-Lesungen, Aktionen der Jugendberufshilfe, Plakataktionen, Workshops, Menschen aus verschiedenen Länder stellen ihren Heimatort vor, die Dorstener Bank für Toleranz gemeinsam gestalten mit der Youngcaritas, usw. Der Bus der Toleranz wird verschiedene Punkte im gesamten Stadtgebiet anfahren, er ist gestaltet von SchülerInnen des St. Ursula Gymnasiums. Herr Steuer fragt die Anwesenden nach möglichen Beiträgen der Hervestkonferenz. Die Anwesenden begrüßen die Woche des Grundgesetzes und haben eine Reihe von Vorschlägen. Herr Stockhoff kann sich Plakataktionen an der Hervester Zechenbahnbrücke und Filmvorstellungen z.B. über die Herrenchiemseekonferenz, vorstellen. Herr Ridderskamp verweist auf die Fahnenmasten vor dem LEO. Frau Renner-Gellerman begrüßt, dass Menschen erreicht werden. Herr Holz könnte sich vorstellen im Aktionszeitraum jeden Tag ein Statement der Hervestkonferenz zum Thema im Netz zu haben, usw. Herr Vogel verweist auf das Thema Demokratie und Bergbau und auf die Bedeutung für unsere Region. Mögliche Beiträge können direkt an die Hervestkonferenz geschickt werden. Der Redaktionsschluss ist Ende Juli. Einen vorläufigen Ablaufplan der Woche des Grundgesetzes wird bis Ende Juli erstellt und Ihnen dann zur Verfügung gestellt.

Top 6: Nutzung des Bürgersaals im LEO für eine Kindergartengruppe
Ein Artikel in der Dorstener Zeitung, initiiert durch einen Brief von Dr. Jörg Rippe (Vorstand Bergbauverein) an das zuständige Ministerium, war der Auslöser zu einer Reihe von Diskussionen. Bereits in 2020 gab es Gespräche der Stadt mit dem Bergbauverein über das LEO. Der Brief von Dr. Rippe enthielt Behauptungen, die seitens der Stadt und der Ev. Kirchengemeinde in Gegendarstellungen widerlegt wurden.
Eine Reihe von Fragestellungen tat sich auf, die zeigten, dass Transparenz von Seiten der Stadt Dorsten Irritationen in der Öffentlichkeit hätten vermeiden können. Unter der Überschrift „Gruppen kritisieren Vertreibung aus dem LEO“ wurde ein Artikel in der Dorstener Zeitung veröffentlicht, in dem Norbert Holz (Mr. Trucker Kinderhilfe) und Dr. Jörg Rippe zu Wort kamen. Der geplante Umzug einer Kita-Gruppe ins LEO sorgte für Aufregung. Es gab die Befürchtung, dass aus dem Provisorium einen Dauerzustand entstehen könnte. Die Gruppen, die bisher den Bürgerbereich des LEO nutzten, mussten für einen gewissen Zeitraum ausquartiert werden. Frau Laubenthal (1. Beigeordnete) erläutert der Hervestkonferenz die Vorgänge rund um die Entscheidung, im Bürgersaal eine Kindergartengruppe vorübergehend unterzubringen. Demnach hat die Stadt Dorsten verschiedenste Optionen geprüft, die aber nicht zielführend waren. So wird es nun max. eineinhalb Jahre das Provisorium im LEO geben. Alle betroffenen Gruppen haben von der Stadt geeignete andere Räume angeboten bekommen und können danach zurück ins LEO. Für den Weihnachtsmarkt der Mr. Trucker Kinderhilfe wird es eine Lösung geben, so Herr Stockhoff.

Top 7: Erste Fahrradstraße im Ortsteil – Vom Holzplatz zur Halterner Straße
Im Stadtteil Hervest wird es die erste öffentliche Fahrradstraße in der Stadt Dorsten geben, so Herr Vogel. Frau Laubenthal erläutert, dass die Arbeiten im 4. Quartal an der Halterner Straße beginnen und die Straße Am Holzplatz betreffen. (ca. 200 m) Die Baustelle behindert nicht die Arbeiten an der Moschee. Der hohe Parkdruck in der Straße Am Holzplatz wird durch eine Parkstreifen entschärft. Der Parkstreifen kann durch Anwohner und Gäste mit Parkscheibe genutzt werden. Achtzig Prozent der Kosten werden umgelegt und fünfzig Prozent der Umlage werden vom Land erstattet. Die Maßnahme wurde im Umwelt- und Planungsausschuss vorgestellt.

Top 8: „Jugendmigrationsdienst“ ein Angebot der Caritas
Herr Puschnig ist seit August 2020 in Dorsten bei der Caritas tätig. Der Pandemie geschuldet kann er sich und den Jugendmigrationsdienst (JMD) erst jetzt vorstellen. Der JMD ist ein Teil der Initiative JUGEND STÄRKEN, mit der sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für eine bessere Integration junger Menschen einsetzt. Der JMD unterstützt junge Menschen mit Migrationshintergrund zwischen 12 und 27 Jahren. Schwerpunkt bildet die langfristige und individuelle Begleitung junger Menschen auf ihrem schulischen und beruflichen Weg. Es gibt bundesweit 500 JMD in der Bundesrepublik. Die Standorte in Dorsten sind in Hervest, Holsterhausen, Wulfen und in der Innenstadt. Die Adressen sind im Internet hinterlegt. Herr Holz bedankt sich bei Herrn Puschnig und leitet zum nächsten Beitrag über.

Top 9: Beiträge von TeilnehmerInnen
– Herr Michael Steinkötter stellt sich als neuen Leiter der Mobilen Jugendhilfe in Hervest vor. Die Mobile Jugendhilfe ist eine Kooperation verschiedener Institutionen. Seit Anfang des Jahres arbeitet Herr Steinkötter in der Glück-Auf- Straße 204 a. Er berichtet über ein gemeinsames Projekt mit der Gemeinde St. Paulus, der Kirche im Bahnhof, der Mr. Trucker Kinderhilfe, dem LEO, dem Ellerbruchtreff und der Mobilen Jugendhilfe. In den fünf Wochen
vor Ostern wurde unter dem Motto „ Offenes Fenster, „ Wir sind für Euch da “, eine Aktion im Ellerbruchtreff durchgeführt. Kinder bis ca. 12 Jahre bekamen am offenen Fenster von 15- 17 Uhr eine sogenannte „Gute Laune Tüte“. Inhalt waren Spielzeug und Süßigkeiten, weiterhin bekamen sie Spiele und Bücher geschenkt. Die Aktion wurde mit einem Malwettbewerb abgerundet. Trotz der einschränkenden Pandemiebedingungen war die Aktion ein voller Erfolg. Herr Holz bedankt sich und übergibt an Frau Lissner.
– Frau Martina Lissner stellt sich in der Hervestkonferenz vor. Die Sozialpädagogin und Diakonin arbeitet seit Juli 2020 für die Stadt Dorsten. Sie ist die neue Beauftragte für die Jugendberufshilfe. Frau Lissner ruft Kooperationen ins Leben und knüpft Netzwerke. Sie plant unter anderem sichtbare Aktionen in der Woche des Grundgesetzes. Besondere Fähigkeiten brauchen besondere Arbeitsplätze, daher stellt sie einen Katalog für Ausbildungsplätze zusammen. Frau Lissner führt Gespräche mit Arbeitgebern, Schulpersonal, Eltern und den Jugendlichen. Ihr Ziel ist es, einen angenehmen Übergang der Schnittstelle Schule und Berufsleben zu bieten. Ein Lebenslauf verläuft nicht immer geradlinig. Herr Holz bedankt sich und übergibt an Herr Dammann.
– Herr Dammann wirbt für die Wahlen der Seniorenbeiräte der Stadt Dorsten. Im Juli können Bürger ab 60 Jahren ihre neuen Vertreter der Stadtteile wählen. Die Termine finden an unterschiedlichen Orten und Tagen statt. Für den Stadtteil Hervest können die Bürger am 19. Juli im LEO von 16.00 – 18.00 Uhr wählen. Herr Holz bedankt sich und leitet zum nächsten Beitrag über.

TOP 10: Koordinierungsteam der Hervestkonferenz
Herr Holz merkt an, dass das Koordinierungsteam seit ca. 6 Jahren die Hervestkonferenz vorbereitet. Im Team sind Frau Hoffrogge, Frau Punsmann, Herr Dr. Duismann, Herr Holz und Herr Steuer. Bei der nächsten Hervestkonferenz wird das Team die Hervestkonferenz fragen: Wie geht es weiter? Sollen die bisherigen Mitglieder weitermachen oder gibt es Interessierte, die eine Aufgabe im Koordinierungsteam übernehmen möchten? Herr Holz verweist darauf, dass der bisher feste Platz für Vivawest im Koordinierungsteam in Frage gestellt wird.

TOP 11: Verschiedenes
Hier liegen keine Wortmeldungen vor.

Norbert Holz schließt die Hervestkonferenz mit einem Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Dorsten, 12. Juli 2021
Dietmar Steuer, Protokollführer

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