Ostergrüße vom Bürgermeister

0
415

(Dieser Ostergruß ist auch als Video verfügbar)

“Zum Lichtblick werden”

Liebe Dorstenerinnen und Dorstener,

an diesem Wochenende feiern wir das Osterfest, das zweite in dieser Pandemie.
Der Theologe Friedrich von Bodelschwingh hat über das Osterfest gesagt:
„Im Licht der Ostersonne bekommen die Geheimnisse der Erde ein anderes Licht.“
Ostern ist uns …
… ein Lichtblick.
… ein Hoffnungslicht.
… ein Lichtstrahl inmitten aller Dunkelheit.
… und hoffentlich bald ein Licht am Ende des Tunnels.

Wie gern würden wir ein helles Osterlicht in und für uns sehen.

Wenn ich aktuell in die Gesichter vieler Menschen blicke und selbst in den Spiegel, dann sagen mir die müden Blicke: Wir sehen nur die rote Laterne am Ende eines Zuges, der sich immer weiter wegbewegt.

Der ersten folgte die zweite Welle und nun rollt ganz offensichtlich die dritte. Die Mutationen des Virus könnten sie schwerer machen als die ersten beiden. Und dennoch werden wir  zunehmend gereizter und ungeduldiger. Wir suchen Verantwortliche, die schuld sind an dieser Krise und an unserer persönlichen Situation.

Schuldige, die Regeln missachten, in Politik und Verwaltungen versagen oder mit ihren Fakenews verführen und irreleiten.

Wir sehen – und darin sind wir Deutschen leider besonders gut – das Negative!

Zweifelsohne: Es gibt nicht wenige Regelbrecher, Fehler der Regierenden oder Geschwurbel von Leugnern und Verharmlosern.

Aber stellen Sie sich bitte vor, so würde unsere Feuerwehr agieren bei einem dramatischen Einsatz: Sie würde im lethargischen Kritikmodus verharren und dem Feuer schimpfend zuschauen, statt auf neue Situationen zu reagieren. Statt immer wieder die Strategie anzupassen, um doch zu einem Einsatzerfolg zu kommen.

Das Chaos wäre vorprogrammiert durch so eine negative Haltung.

Negativ. Negativer. Am negativsten. Der Duden erlaubt, das Schlechte noch zu steigern. Das Negativste, was uns auf Erden widerfahren kann, ist der Tod. Mit ihm endet alles Leben – zumindest das irdische Leben.

Wer schon einmal eine Osternacht mitgefeiert hat, dem wird eines aufgefallen sein: In die stockfinstere Kirche zieht die Osterkerze ein. Eine winzige Kerzenflamme sorgt in diesem gewaltigen Kirchenraum sofort dafür, dass wir wieder etwas sehen können. Unsere Augen sind so empfindlich und nehmen dieses kleine Licht wahr. Dieses winzige Licht gibt uns Halt und Orientierung.

Das Licht der Osterkerze wird dann an andere Dochte weitergereicht. Licht um Licht wird der Raum heller und heller.

Das Licht der Osternacht ist das Licht des Lebens. Die Christen in unserer Stadt glauben an die Auferstehung Jesu von den Toten an Ostern. Der schwere Stein war weggerollt. Der scheinbar endgültige Tod verliert seinen Schrecken.

Wenn wir mit offenen Augen durch unsere Stadt gehen, dann können wir an immer mehr Stellen Hoffnungslichter erkennen:

  • Das Impfen nimmt an Fahrt auf – immer mehr Menschen können sagen: „Ich bin schon geimpft!”
  • Die Schnellteststrategie bringt erste Erfolge und erkennt früh Infizierte, die ohne Symptome sind.
  • Wir wissen immer mehr über diesen Virus, der uns ins Mark getroffen hat.

Vor allen Dingen sind es aber die menschlichen Hoffnungslichter, die wir an und ab diesem Osterfest mit anderen Augen sehen dürfen. Wahre Lichtblicke sind …

… die Eltern, die weiterhin liebevoll Familie und Beruf managen.

… die Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer oder die Pflegerinnen und Pfleger, die sich trotz schwieriger Arbeitsbedingungen liebevoll um Kinder, kranke, behinderte oder alte Menschen kümmern.

… die Forscherinnen und Forscher, die Impfstoffe entwickeln und Lösungen suchen.

… die Menschen, die bereit sind, das Impfen zu organisieren und durchzuführen.

… die Menschen z. B. im Einzelhandel, die für uns da sind und trotz der schwierigen Umstände ein Lächeln für uns haben.

… die Kolleginnen und Kollegen in den Verwaltungen, die sich große Mühe geben.

… die Kinder, die viel kreativer als wir Erwachsenen mit vielen Dingen umgehen.

Lassen wir uns an diesem Osterfest von diesen positiven Lichtblicken anstecken – so wie das Licht der Osterkerze weitergegeben wird und Helligkeit ins Dunkel trägt. Diese Beispiele sind Hoffnung, die weitergegeben werden kann. Motivation, Dinge in Zukunft besser und gemeinsam anzugehen.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und Angehörigen von Herzen ein frohes und gesegnetes Osterfest – und bitte bleiben Sie gesund!

Ihr Bürgermeister

Tobias Stockhoff

PS: Jeder von uns kann zum Lichtblick werden: Denn wenn wir morgens in den Spiegel schauen, dann sehen wir dort den Menschen, der mit Verstand und Solidarität am meisten für den Infektionsschutz tun kann – uns selbst!

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT